„Chelsea Fringe Vienna“: Wien blüht auf!

Von 17.5. – 8.6.2014 präsentiert sich Wien als Gartenstadt. Vorschau auf die ersten Wiener Projekte der Chelsea Fringe 2014.

Von 17. Mai bis 8. Juni 2014 präsentiert sich Wien im Rahmen des Festivals „Chelsea Fringe Vienna“ als lebendige Gartenstadt. Mit dem einsetzenden Frühlingswetter sprießen auch zahlreiche Initiativen: vom „gardening chillout“ im Gemeinschaftsgarten Donaukanal bis zur fruchtigen slowenisch-österreichischen Design- und Küchenbegegnung auf der Terrasse des Coworking-Spaces Schraubenfabrik. Jetzt können Gartenfreunde und Urbanbotaniker ihre Festivalbeiträge einreichen.

Wien, März 2014 – Seit einiger Zeit umweht ein frischer Bärlauchduft die Nasen der Wald- und Prateralleespaziergänger. Erste zarte Krokosknospen und Narzissen lugen aus dem Erdboden – der Frühling ist da und die Chelsea Fringe Vienna nicht mehr weit. Wer im Mai und Juni dabei sein will, hat jetzt die Möglichkeit, sich mit seinem Projekt zum – für alle offenen – Festival anzumelden. Wer es bis zum 31. März schafft hat den Vorteil, einen early-bird-discount bei der Registrierungsgebühr zu erhalten!

Hannah Stippl und Anita Duller, Koordinatorinnen der Chelsea Fringe Vienna und Assistentinnen für Landschaftskunst an der Universität für angewandte Kunst, animieren alle Stadtbewohner mit grünem Daumen zur Teilnahme: „Die ersten Projekteinreichungen sind vielversprechend. Aber wir haben Lust auf mehr. Wien, öffne deine versteckten Hinterhofgärten, lass deine Seedbomber ausschwärmen, deine Gemeinschaftsgärtner und Permakulturisten einige Brachen zu Gemüsegärten verwandeln, deine Künstler die Stadt in ein Blütenmeer tauchen und wecke in allen die Freude am Botanisieren! Die Chelsea Fringe Vienna macht öffentlich, was bisher im Verborgenen blühte!“

Vorschau auf die ersten Wiener Projekte der Chelsea Fringe 2014
Zum Festivalauftakt, am Samstag, 17. Mai 2014 hebt der Botanische Garten der Universität Wien ein neues Forschungsprojekt aus der Taufe: Die „Königsstettner Wiese“, artenreiches Grünland aus dem Wienerwald, bekommt ihre Repräsentationsfläche im „Hortus Botanicus“. Am Mittwoch, 21. Mai führt ab 16:30 Uhr ein einstündiger Spaziergang zum Thema „Wildnis im Botanischen Garten“ durch die Anlage. Anschließend präsentiert um 18 Uhr das Künstlerinnenduo The Flowerbeds Staudenbeete, die nach einer neuartigen Methode gepflanzt wurden. Um 19 Uhr schließlich öffnet die Ausstellung „Wildnis!?“ erstmals die Pforten des Kalthauses im Botanischen Garten. Dabei gehen Studierende der Landschaftskunst an der Universität für angewandte Kunst Wien der Frage nach, was Wildnis ist und ob es sie überhaupt noch gibt.

Das Pflanzen und die Pflanzen stehen bei der Chelsea Fringe Vienna gleichermaßen hoch im Kurs: Im ältesten Barockgarten Wiens, dem Augarten öffnet das Café Bunkerei den Kunst & Kram Frühlingsflohmarkt. Der Gemeinschaftsgarten Donaukanal lädt zum „gardening chillout“. Im vierten Wiener Gemeindebezirk verwandeln die Stadtspionin und Anrainer die Phorusgasse in eine „Wiesen in der Wieden“.

Die Architektin Gordana Zeman-Markovic und der Statistiker Johann Brandstetter möchten gemeinsam mit Anrainern die Frauenfelderstraße im 17. Wiener Gemeindebezirk von parkenden Autos befreien und eine Grün- und Gartenzone errichten. Am Samstag, 17. Mai präsentiert ein Infotag das Projekt vor Ort. Eine andere Rolle spielen Pkws beim Projekt „Samenschleuder“ der Galerie Wechselstrom: An Autoreifen angeklebte spezielle Samenmischungen sollen für einen artenreichen, bienen- und insektenfreundlichen Bewuchs des Straßenrandes sorgen.

Wer viel mit dem Rad in der Stadt unterwegs ist, kennt vielleicht die lange Stützmauer des Ernst-Arnold-Parks zwischen Naschmarkt und Pilgramgasse. Seit 2010 fungiert diese Mauer auch als Malgrund für eine dialogisch angelegte künstlerische Intervention: In „work in progress“ reagiert die Künstlerin Hannah Stippl fortlaufend auf die Sprayer- und Graffitiszene, die sich dieser Flächen längst bedient hat. Im Rahmen der Chelsea Fringe Vienna lädt Stippl alle Interessierten ein, Augenzeugen einer ihrer Neu-Übermalungen dieses veränderlichen Kunstwerkes zu werden.

Die Galerie IG Bildende Kunst in der Gumpendorfer Straße zeigt die raumgreifende Installation „Natures“ des britischen Landschaftskünstlers Tony Heywood und seinen Studierenden an der „Angewandten“. Die multimediale Repräsentation des Wiener Praters setzt sich exemplarisch mit narrativen und kulturell codierten Wahrnehmungsmustern von Landschaft auseinander. Auch Annemarie Arzberger und Manuel Obriejetan befassen sich mit einem Stück Stadtlandschaft. Ihre Beobachtungen und Begegnungen entlang des Donaukanals verarbeiten sie zur amüsanten Doku-Fiction „Rattenschwanz und falsches Hasi“ und präsentieren sie in Buchform.

Sabine Freitag und Markus Köhle lieben die tierischen Mischwesen Wolpertinger und verleihen ihnen Körper und Sprache. Für die Chelsea Fringe Vienna planen sie eine „Wolpertinger-Schnitzeljagd“ durch Wien. Alle Infos dazu finden sich auf dem Blog http://wolpertingerschnitzeljagd.wordpress.com/. Im Zeichen von essbarem Design und slowenisch-österreichischer Kulturbegegnung steht das kulinarische Wanderprojekt „sloAkitchen“. Die Designerin Ŝpela Leskovic (SLO) und die Kulturvermittlerin Helga Kusolitsch (Ö) machen auf der Gartenterrasse des Leopoldstädter Co-Working-Spaces „Schraubenfabrik“ Station, wo sie die Früchte der Kirschenbäumchen zu kost-baren Überraschungen verarbeiten.

Wo man auf der Chelsea Fringe Vienna gepflegt „abhängen“ kann, untersucht die Designerin mikimartinek an den unterschiedlichen Stationen ihrer Tour durch die Gärten Wiens. Dabei sucht sie nach Antworten auf Fragen wie: Braucht man in der Hektik der Stadt Räume zum Chillen? Wie waren Orte zum Faulenzen im 18. Jahrhundert gestaltet? Gibt es zeitgemäße Allegorien für die Muße? Antworten lassen sich vielleicht in mikimartineks neu kreierter Hängematte finden. Lassen Sie Seele und Körper darin baumeln und hängen Sie an den Schauplätzen der Chelsea Fringe Vienna ab!

Ganz Wien wird Garten: Jetzt Projekte einreichen!
Einzelpersonen und Organisationen können ab sofort ihre Projektideen für die Chelsea Fringe Vienna 2014 einreichen. Bis 31. März 2014 gibt es noch den eary-bird-discount – einen -10% Bonus auf die Registrierungskosten. Das Festival selbst kann keine finanziellen Mittel oder Veranstaltungsorte zur Verfügung stellen, sorgt aber für adäquate Öffentlichkeitsarbeit, bietet internationale Vernetzung und hilft bei der Vermittlung zwischen Projektträgern und möglichen Projektorten.

Projekteinreichung, Info und Kontakt:
Anita Duller, anita.duller@uni-ak.ac.at | Tel: +43 664 4300529
www.landscapeart.at
www.chelseafringe.com